Faschingsprinz und Torwart: Julian Krapp zwischen Helau und Hipp, hipp, hurra - fussballn.de
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Artikel veröffentlicht am 14.03.2025 um 10:00 Uhr
Faschingsprinz und Torwart: Julian Krapp zwischen Helau und Hipp, hipp, hurra
MAGAZIN Am Aschermittwoch ist alles vorbei, heißt es in einem Karnevalslied. Tatsächlich: Am Faschingsdienstag wurde der jüngste Memmelsdorfer Faschingsprinz Julian Krapp "beerdigt". Mit seiner Freundin Vivien bildete der Merkendorfer Keeper das Memmelsdorfer Prinzenpaar. Eine anstrengende, aber auch interessante und schöne Zeit. Auf die blickt der 25-Jährige mit uns zurück - und voraus auf den Kampf um den Klassenerhalt
Von Markus Schütz

Eigentlich war der Weg von Julian Krapp zum Faschingsprinzen gar nicht so weit: "Ich tanze seit zwei Jahren im Memmelsdorfer Männerballett mit.", erklärt er. Vorher war er eher nicht groß engagiert, im Memmelsdorfer Carneval-Club (MCC) sowieso nicht. "Sportlerball und Umzug, so sah mein Fasching aus. Aber als ein Jahr vorher die Anfrage kam, mussten wir nicht lange überlegen.", spricht er für sich und für seine Freundin Vivien Greif, die als Gardetänzerin und -trainerin selbst schon Berührungspunkte zur 5. Jahreszeit hatte und hat. "Insgesamt gibt es meines Wissens keine speziellen Voraussetzungen, um dieses Amt anzutreten.", sagt Julian Krapp. Stehvermögen und gute Laune sollte man jedenfalls mitbringen und das taten die beiden definitiv.  

Julian Krapp (re.) und seine Freundin Vivien waren das jüngste Memmelsdorfer Prinzenpaar.
privat/MCC


"Fantastische Zeit und überwältigende Erfahrung"

"Die Verantwortlichen und wir waren uns jedenfalls sofort gegenseitig sympathisch.", blickt er auf die Anfänge im Vorfeld zurück. Nach der Zusage blieb allerdings lange geheim, wer das neue Prinzenpaar wird, erst am 09.11.2024 erfolgte in diesem Jahr die feierliche Bekanntmachung und Inthronisation, zwei Tage vor dem "Sturm" des Bamberger Rathauses. "Die Inthronisation war - neben den vielen Veranstaltungen bei Kaiserwetter - sicher eines der Highlights, dieser Moment, wenn bekannt wird und die anderen sehen, wer das Prinzenpaar ist.", erinnert er sich an den Auftakt einer "sehr intensiven, sehr anstrengenden, aber eben auch sehr schönen Zeit." Und so würden es sowohl Prinz als auch Prinzessin sofort wieder machen. Was allerdings traditionell - ein zweites Mal - nicht möglich ist, denn Prinz und Prinzessin kann man beim gleichen Karnevalsverein nur ein einziges Mal sein. Das Prinzenpaar Julian und Vivien erledigten jedenfalls ihre hoheitlichen Aufgaben nicht nur mit großer Zuverlässigkeit, sondern auch mit viel Hingabe und mit viel Spaß und Freude an der Sache! "Eines der besten und sympathischsten Prinzenpaare, das wir je hatten.", hieß es dann auch von Seiten des MCC. "Für uns war es eine fantastische Zeit und wir sind immer noch überwältigt von den Eindrücken und den vielen Menschen, die wir kennenlernen durften. Alle waren so offen und freundlich. Und was mich mit am meisten beeindruckt hat, das war die Unterstützung durch den MCC - und vor allem zu sehen, wie viele helfende Hände da im Hintergrund mit anpacken und einen riesen Aufwand betreiben, um eine Faschingssaison über die Bühne zu bekommen!", lobt der Merkendorfer, der mittlerweile in Memmelsdorf wohnt. Quasi als Fazit verweist er auf den running gag, den er und seine Freundin im Nachgang zu jeder einzelnen Veranstaltung in die Whatsapp-Gruppe schrieben: "Macht Prinzenpaar, haben Sie gesagt. Es wird witzig, haben Sie gesagt. Und es wurde witzig!!"

Sein Vater Peter Fleischer (li.) ist seit Jahren auch sein Torwarttrainer beim SV Merkendorf.
privat/MCC


Vierfachbelastung für den Prinzen...

Weil Julian Krapp eben auch noch im Memmelsdorfer Männerballett aktiv ist, hatte er quasi eine karnevalistische Doppelbelastung, was Tanztraining und Auftritte und seine Aufgaben als Prinz betrifft. "Ich bin das eine oder andere Mal raus aus meinen Prinzen-Klamotten, rein ins Tanz-Outfit - und wieder zurück auf den Thron.", lacht er, wenn er auf die besonders schweißtreibenden Momente zurückblickt. Mitspielen muss bei so einer zeitaufwändigen Aufgabe natürlich immer auch der Arbeitgeber. Julian Krapp ist Brauer bei der Brauerei Hummel in Merkendorf und erfuhr dort genauso viel Entgegenkommen, wie beim Fußball, wo er in der Ersten der Merkendorfer im Tor steht. "Wirklich ein großes Danke an dieser Stelle an meinen Arbeitgeber, aber auch an meinen Trainer Stefan Grasser, der so weit wie möglich versucht hat, Trainingseinheiten und Spiele so zu legen, dass ich so oft wie möglich mit dabei sein kann!", schließlich fiel die End- bzw. Hauptphase der Prinzenpaar-Zeit in die Fußball-Vorbereitung. "Training habe ich dadurch kein einziges verpasst und wegen dem Fasching nur ein einziges Testspiel.", so der Keeper, der in dieser Saison bei allen 20 Partien des Kreisligisten im Tor stand. So war also beides möglich: Bonbons und Süßigkeiten auswerfen - und Bälle fangen!

Früh ins Tor gewechselt

Begonnen hat der mittlerweile 25-Jährige in der Verteidigung, wechselte aber schon mit acht oder neun Jahren zwischen die Pfosten, seine ersten Torwarttrainer waren Heiner Krebs und Michael Zahn. "Schon als 13-Jähriger habe ich dann regelmäßig beim Torwarttraining der Ersten mitgemacht.", blickt Julian Krapp, dessen Vorbild früher Jens Lehmann war und jetzt Marc-Andre ter Stegen ist, einige Jahre und auf seine Anfänge in Handschuhen zurück. Das war in etwa auch die Zeit, in der sein Vater Peter Fleischer als Torwarttrainer bei der Ersten einstieg - und jetzt noch dem eigenen Filius die Bälle um die Ohren wirft und schießt. Sich selbst einzuschätzen ist für jeden schwer. "Aber wenn ich meinen bisherigen Trainern glauben darf", sagt er mit einem Grinsen, "dann habe ich meine Stärken auf der Linie und beim Mitspielen mit dem Fuß. Noch nachlegen muss ich beim Rausgehen, da kann und will ich noch besser werden im Hinblick auf die Entscheidungen, wann ich bei Flanken oder hohen Bällen rauskomme. Wobei insgesamt klar ist, dass man sich immer und jederzeit verbessern kann!", weiß er. Vor allem, wenn man erst Mitte Zwanzig ist.

Statt Bonbons heißt es jetzt wieder Bälle auswerfen - und vor allem halten - für Julian Krapp, der mit dem SV Merkendorf um den Klassenerhalt in der Kreisliga kämpft.
anpfiff.info


"Großer Zusammenhalt, überragende Stimmung"

Nicht nur bei seiner jüngsten Aufgabe als Faschingsprinz, sondern auch als Fußballer und Torwart hatte Julian Krapp seine Highlights - und auch die sind noch nicht so lange her. "Das war in der vergangenen Relegation, auch, wenn es am Ende für uns knapp nicht gereicht hat - in einem irgendwie komischen Modus. Aber die Stimmung, die Gänsehaut vor den wichtigen Spielen und die Elferschießen", erinnert er sich, "waren schon etwas besonderes." Vier hielt er gegen Coburg, einen gegen Burgkunstadt. Am Ende stieg der SV Merkendorf allerdings wegen einem Tor ab...
Und spielt nun in der Kreisliga, aktuell liegt die neu gestaltete und nun mit vielen einheimischen Jungen besetzte Mannschaft auf Rang 14, dem zweiten Relegationsrang. Der Abstand sowohl nach unten auf den Abstieg beträgt genauso wie ans rettende Ufer vier Punkte. "Klar ist, dass sich eine Mannschaft, bei der nach dem Abstieg nicht viele vom Stamm geblieben sind, erst einmal finden muss. Dennoch hatte ich damit gerechnet, dass wir unter den ersten Zehn landen.", gibt er zu. "Allerdings gab es auch einige Partien, die sehr unglücklich gelaufen sind und wir durch späte Gegentore noch Punkte verloren haben." Insgesamt ist der SVM bei den Gegentoren unter den ersten Acht, bei den geschossenen Toren weist nur Orts- und Tabellennachbar Weichendorf eine schlechtere Bilanz auf. "Und dennoch bin ich guter Dinge, dass wir die Qualität haben, die Liga auch auf direktem Wege zu halten! Hoffnung macht mir, dass die junge Mannschaft immer mehr zusammenwächst, die Stimmung überragend ist und die Vorbereitung top war.", lobt Julian Krapp, der allerdings mit seiner Elf - und wieder unglücklich und wieder durch ein recht spätes Gegentor - zum Auftakt bei der SG Tütschengereuth/Viereth mit 1:2 verlor.

Raus aus den Faschingsuniformen und wieder rein in die SVM-Klamotten heißt es nun wieder für Julian Krapp und seine Freundin Vivien.
anpfiff.info


"Wir werden jedenfalls in den restlichen Spielen weiterhin alles raushauen und hoffen, dass wir die Qualität und den Schwung der guten Vorbereitung auf den Platz bringen!" Besonders wichtig wäre das am kommenden Samstag, wenn das wichtige und prestigeträchtige Derby beim SV Weichendorf ansteht. Ein Sieg würde dem SVM nicht nur nach hinten zusätzliche Luft verschaffen, sondern mindestens den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze garantieren, je nach den anderen Ergebnissen könnte man sogar Boden gutmachen.

Die zeremonielle "Beerdigung" des Faschingsprinzen Julian Krapp, bei der es ziemlich rund geht, fand am Faschingsdienstag statt, am Aschermittwoch war dann alles vorbei.
Der Keeper Julian Krapp allerdings hat in dieser Saison noch einiges vor! Den Wunsch nach dem direkten Klassenerhalt wird er jedenfalls so schnell nicht beerdigen...

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Leser-Kommentare

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Tabelle Kreisliga 1 Bamberg

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14
16
20
37:56
13
Bei zwei punktgleichen Teams: Entscheidungsspiel / bei drei und mehr punktgleichen Teams: direkter Vergleich

SV Merkendorf in Zahlen

Spiele
20
Spiele gewonnen
4
Spiele unentschieden
6
Spiele verloren
10
:0
Zu-Null-Spiele
3
0:
Spiele ohne eigenen Treffer
7
Tore gesamt
24
Verschiedene Torschützen
7
Eigentore
1
Elfmetertore
2
Gelbe Karten
42
Zeitstrafen
3
Gelb-rote Karten
3
Rote Karten
1
Eingesetzte Spieler
25
Zuschauer
1640
Zuschauerschnitt
164

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