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Artikel veröffentlicht am 19.03.2025 um 07:00 Uhr
Was macht eigentlich: Michael Hofmann?
Über viele Jahre war er eine absolute Konstante im Tor des TSV Altenfurt und für die jeweilige Liga ein herausragender Keeper, für den Kameradschaft und Vereinstreue Vorrang hatten. Auch wenn er in einem schleichenden Prozess die Torwart-Handschuhe an den Nagel gehängt hat, ist die Liebe zum Fußball erhalten geblieben. Wir wollen es genauer wissen und fragen in unserer Rubrik: Was macht eigentlich Michael Hofmann?
Von Marco Galuska
Auch das Wandern gehört zu den vielen Hobbys von Michael Hofmann, dem auch ohne eine Aufgabe im Tor an den Wochenende nicht langweilig wird.
privat
Weil die genauen Spielstatistiken nur ein Jahrzehnt zurückreichen, wird man auf den ersten Blick denjenigen Akteuren nicht so wirklich gerecht, für die der Amateurfußball vor den Zeiten des ESB schon ein absoluter Fixpunkt im Leben war. So liest sich auch die Bilanz von Michael Hofmann mit 63 Einsätzen im Trikot des TSV Altenfurt von 2014 bis 2023 recht unspektakulär. Dabei waren das mehr oder weniger die Einsätze, die mehr oder weniger auf das Angebot "Zur Not ruft ihr mich halt an!" beruhen.

Fußball als geliebter Fixtermin im Heimatverein

Denn gut und gerne 15 Jahre war Hofmann zuvor alles andere als ein Stand-by-Torwart beim TSV Altenfurt. Und zwar einer, bei dem der Weg schon recht früh zwischen die Pfosten führte. "Zum Schulanfang sind wir von Buchenbühl nach Altenfurt gezogen und es hat dann nicht lange gedauert, dass ich im Tor gelandet bin", erinnert sich der heute 46-Jährige knapp vier Jahrzehnte zurück, als der Fußball "zu einer Selbstverständlichkeit" für den talentierten Keeper wurde. "Training und Spiele waren Fixtermine, ich habe mich immer drauf gefreut! Es hat einfach richtig Spaß gemacht mit den Freunden und wir waren auch einigermaßen erfolgreich", blickt der einstige Jugend-Auswahltorwart zurück.

Dass der TSV Altenfurt noch im vorherigen Jahrhundert eine der besten Adressen im Nürnberger Amateurfußball war, muss man den Älteren nicht erklären. Als es noch Reserverunden gab, spielte die 2. Mannschaft der Altenfurter als eine der wenigen gegen 1. Mannschaften im Kreis. Für Hofmann, der alle Jugendmannschaften durchlaufen hatte, kein schlechter Start bei den Herren, der parallel schon als A-Jugendlicher erfolgt war. Die Nummer 1 war an der Wohlauer Straße aber durch gestandene Keeper wie Andreas Speer oder Roman Deuerlein über Jahre schon bestens besetzt. Erst mit dem Abstieg aus der Bezirksliga endete eine Ära in Altenfurt, viele Spieler verließen den Verein. Deuerlein wechselte zum Beispiel nach Neumarkt und Hofmann wurde in der Kreisliga zum Stammkeeper.

Relegationsspiel zum Kreisliga-Aufstieg im Mai 2009 gegen den TSV Cadolzburg beim ESV Rangierbahnhof: Der TSV Altenfurt mit Torwart und Kapitän Michael Hofmann sowie Spielertrainer Manuel Bergmüller, der beim Eckball den Pfosten bewacht.
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Dennoch wagte der junge Torwart bald einen Wechsel, spielte für anderthalb Jahre bei der SpVgg Diepersdorf in der Kreisliga Pegnitzgrund: "Ich wollte etwas Neues ausprobieren und es war auch eine schöne Erfahrung. Wir hatten da einige Spiele, in denen wir vor 300 oder 400 Zuschauern gespielt haben." Letztlich überwog aber doch die Vereinstreue und die Rückkehr nach Altenfurt sollte dann auch von Dauer sein. Das galt aber auch für den TSV, der fortan 15 Jahre in der Kreisklasse spielte und dabei immer wieder am Kreisliga-Aufstieg schnupperte: "Irgendwann war dann aber die Luft bei uns raus! Da haben wir alte Haudegen uns in die 2. Mannschaft verabschiedet. Das war so ein schleichender Prozess", erinnert sich Hofmann, der nach eigener Aussage zwar "nie so richtig aufgehört" habe, aber seinem Verein eher als Notlösung bei Engpässen im Tor zur Verfügung stand, was die eingangs erwähnte Statistik belegt.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Der Fußball in Altenfurt beschäftigte Michael Hofmann stattdessen in einer anderen Funktion weiter. Als Sohn David (Jahrgang 2010) in der F-Jugend des Vereins begann, begleitete der Vater in der Trainerrolle bis zur C-Jugend aktiv die Entwicklung des Filius, der auch am Stützpunkt trainierte und inzwischen im Nachwuchs der SpVgg Mögeldorf 2000 (natürlich) im Tor steht. "Ich habe ihn nie dazu gezwungen, aber er wollte von Anfang an in den Kasten. Vielleicht lag es auch daran, dass er schon als Kleinkind hinter meinem Tor gesessen ist", sagt Hofmann mit einem Lachen und nicht ohne Stolz. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm.

Sohn David startete ebenfalls als Torwart beim TSV Altenfurt seine Karriere, die Michael Hofmann (r.) als Jugend-Trainer bis zur C-Jugend begleitete.
privat

Fußball verbindet nach wie vor

Auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis möglicherweise der ein oder andere Hofmann-Schützling, oder gar der Junior, bei den Herren des TSV auflaufen wird, verfolgt der langjährige Kapitän, der zeitweise auch in der Abteilungsleitung tätig war, wieder mit viel Freude den Werdegang seiner Altenfurter, nachdem diese schon ein Tal zu durchschreiten hatten. "Ich sehe den Verein derzeit gut aufgestellt. Da sind viele Leute in der Abteilung mit Herzblut dabei, mit den Trainern hatte man zuletzt einen guten Griff gemacht. Insgesamt geht das auch sportlich in die richtige Richtung, da sind tolle Jungs dabei. Ich denke, es ist für den TSV aktuell genau der richtige Weg", urteilt die ehemalige Nummer 1, der seinen Plausch am Sportplatz früher gerne auch mal aus dem Tor heraus gehalten hat und inzwischen das Altenfurter "Halbzeit-Hüttla" als Treffpunkt am Sonntag am Sportplatz anpreist: "Das bewirtschaftet die Familie Tillner großartig! Da gibt es nicht nur Bier und Bratwurst, sondern vieles mehr. Es kommen da einige inzwischen Leute auch unabhängig vom Fußball, aber freilich ist das vor allem ein schöner Treffpunkt der Ehemaligen geworden, an dem man die Altenfurter Spiele gerne verfolgt."

Seit ein paar Jahren ist das "Halbzeit-Hüttla" beim TSV Altenfurt ein echter Treffpunkt geworden, an dem sich auch Michael Hofmann pudelwohl fühlt.
privat

Neben den (Heim-)Spielen des TSV Altenfurt verfolgt Hofmann nach wie vor den Amateurfußball aufmerksam: "Man kennt ja gefühlt überall noch alte Bekannte und Weggefährten. Beispielsweise trainiert ja unser alter Spielertrainer Manuel Bergmüller jetzt in Mögeldorf. Und mit den richtigen Leuten kann ich mir sowieso fast jedes Spiel anschauen", sagt Hofmann, der erstmals auch eine Dauerkarte beim 1. FC Nürnberg besitzt, dabei aber auch die Geselligkeit schätzt, die sich in der Gruppe mit zehn Leuten ergibt: "Da sind wir gar nicht einmal zwingend wegen des Fußballes im Stadion."

Bei der Moorenbrunner Brauereigenossenschaft StreuBräu eG. engagiert sich Michael Hofmann ebenfalls.
privat

So füllt sich auch nach der aktiven Torwart-Laufbahn das Wochenende des Versicherungskaufmanns, der als sogenannter Underwriter tätig ist, weiterhin schnell. Neben Familie, Beruf und Fußball hat Hofmann auch immer wieder Spaß an seiner Tätigkeit bei der Brauerei-Genossenschaft "Streu-Bräu", die aus Moorenbrunn stammt und die er bei Veranstaltungen im Ausschankteam unterstützt. Vielleicht lässt sich auch bald wieder auf eine Kreisliga-Rückkehr beim TSV Altenfurt anstoßen, von höheren Ligen träumt Hofmann gar nicht: "Ich denke nicht, dass der Verein noch einmal zwingend in der Bezirksliga spielen muss. Damals wurde viel Geld bezahlt und letztlich hat man doch einige Lehren daraus gezogen." Am Sonntag wird Michael Hofmann jedenfalls wieder beim Heimspiel seines TSV Altenfurt anzutreffen sein, wenn das Derby gegen den TSV Fischbach ansteht. Die Verpflegung am Halbzeit-Hüttla wird ihm umso mehr schmecken, wenn dann auch noch sein Tipp aufgeht: "Wir gewinnen 3:1!"

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Leser-Kommentare

Steckbrief M. Hofmann

Michael Hofmann
Alter
46
Geburtsort
Nürnberg
Wohnort
Nürnberg
Familie
verheiratet, 1 Kind
Nation
Deutschland
Größe
180 cm
Beruf
Versicherungskaufmann
Hobbies
Familie, Fußball, Radfahren, Ski fahren, Wandern, Brauerei
Starker Fuß
Linksfuß
Lieb.-Position
Torwart


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Saisonbilanz M. Hofmann

 
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14
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3
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Gesamt
63
0
0
1
0
1
2

Spielerstationen M. Hofmann


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