Vielleicht wird er als nächstes ja Schiedsrichter. Dieter Meth ist 36 Jahre alt und war mit Sicherheit schon Feldspieler auf den allermeisten Positionen. Bevor er vor knapp einem Jahr nach Pettstadt zurückkehrte, trainierte er für drei Jahre Wacker Bamberg. Und nun hat er sich für vier Spiele geopfert und im Bezirksoberliga-Tor des SV Pettstadt gespielt. Da bleibt wirklich nicht mehr allzu viel übrig.
Die Situation war kurios. Sascha Haupt, der eigentliche Torhüter wurde im Zuge des sportgerichtlichen Verfahrens, von dem anpfiff mehrmals berichtete, „vorübergehend“ bis zum Saisonende gesperrt. Ersatzkeeper Uwe Werner war zu diesem Zeitpunkt schon verletzt und man war gezwungen zu improvisieren.
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Leider gibt es in unserem Archiv noch keine Aufnahme, wie Dieter Meth spektakulär abtaucht, um einen Ball gerade noch aus dem unteren Toreck zu fischen. Doch eines ist sicher: Nach dem Winter soll seine Rückennumer wieder größer als eins und kleiner als zwölf sein. |
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anpfiff.info |
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Dieter Meth im Interview
Die Situation im Verein ist ja mittlerweile bekannt. Der SV stand auf einmal ohne Torhüter da. Wie kam es dazu, dass Sie zwischen die Pfosten musstest?
Dieter Meth: Das Ganze ist ja im Prinzip nicht wirklich neu für mich. Ich stand in der Saison 1994/95 schon mal in Pettstadt im Tor. Damals hatten wir ähnlich Probleme. Außerdem war ich bis zur B-Jugend Torhüter. Das haben diejenigen, die schon länger im Verein sind natürlich noch gewusst und sind jetzt wieder auf mich zugekommen. Auch mein Vater hat mich gefragt. Dann hab ich mich halt wieder ins Tor gestellt.
Wie waren Ihre Erlebnisse?
Dieter Meth: Es ist schon etwas anderes. Ich möchte das wirklich nicht auf Dauer machen. Vor allem die ersten beiden Spiele haben wir nicht viel aufs Tor bekommen. Das macht es sehr schwierig, denn du musst immer konzentriert bleiben und wenn du einen Fehler machst, bist du der Depp. Mit meiner Leistung bin ich aber sehr zufrieden und auch meine Mitspieler haben sich eigentlich nicht beschwert.
Wo liegen Ihre Stärken als Torwart?
Dieter Meth: Natürlich im Spiel auf der Linie.
Nach drei Niederlagen in Folge, wie wichtig war der Punkt im letzten Spiel gegen den ZV Thierstein, auch für Ihr Selbstvertrauen?
Dieter Meth: Wir waren schon erleichtert nach den schweren Wochen. Das gilt auch für mich, wobei ich mir eigentlich keine Vorwürfe mache. Spielentscheidende Fehler sind mir nicht unterlaufen. Doch jetzt freue ich mich auf das Feld! Ich schieße viel lieber Tore, als sie rein zu bekommen.
Wie ist die Mannschaft mit den Unsicherheiten der letzten Wochen umgegangen?
Dieter Meth: Sicher, das ist nicht spurlos an uns vorübergegangen. Wenn es aber ans Fußballspielen ging, wollten wir uns auf keinen Fall etwas anmerken lassen. Auch der Trainer hat versucht, das alles von uns wegzutragen. Er hat nur gesagt, wir spielen auch für Sascha (Sascha Haupt, der 18-jährige Torhüter, der vom Verbandsjugendausschuss gesperrt wurde.). Mir tun vor allem die jungen Spieler leid, die ja am wenigsten dazu können. Die waren natürlich ziemlich deprimiert, weil der Verein ja eigentlich vom Sportgericht freigesprochen wurde.
Wie bewerten Sie die sportliche Leistung der Mannschaft in dieser Saison?
Dieter Meth: Wir haben viele junge Spieler in der Mannschaft. Da passieren natürlich immer wieder Fehler, nach denen du ein Tor bekommst. Doch das sind alles gute Fußballer, denen man nur ein wenig Zeit geben muss. Wir haben einige Male wirklich unglücklich verloren. Mit etwas mehr Glück stünden wir noch wesentlich besser da.
Was sind die Stärken der Mannschaft?
Dieter Meth: Wenn wir verletzungsfrei bleiben, haben wir eine starke Abwehr. Wir arbeiten uns auch genügend Torchancen heraus, von denen wir noch zu viele vergeben. Die Lücke, die Mario (Meth, der Bruder von Dieter erzielte in der vergangenen Saison 41 Tore für den SV Pettstadt) hinterlassen hat, kannst du natürlich nicht schließen. Er hat regelmäßig aus Nichts ein Tor gemacht. Das ist für jede Mannschaft ungeheuer wichtig.
Sie sprechen es selbst an. Ihr Bruder führt die Torschützenliste der Landesliga an. Haben Sie geglaubt, dass er den Sprung so schnell schaffen kann?
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Ist Torgefahr erblich? |
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Dieter Meth: Ich habe schon immer gesagt, dass er es kann. Deswegen bin ich natürlich nicht unbedingt überrascht. Es freut mich einfach für ihn. Ein bisschen muss er aber auch in die Fußstapfen seines Bruders treten. Ich bin vor mehr als zehn Jahren auch von Pettstadt in die Landesliga nach Memmelsdorf gewechselt und habe in der Vorrunde zwanzig Tore gemacht. In der Rückrunde wurde es dann allerdings wesentlich schwerer. Da haben einen die Abwehrspieler schon gekannt. Mario wird es ähnlich gehen. Doch ich traue es ihm zu, die 25-Tore-Grenze zu sprengen.
Wie planen Sie Ihre persönliche Zukunft?
Dieter Meth: Ich will noch ein bis zwei Jahre Fußball spielen – nur dann will ich auch spielen. In dieser Saison war ich damit auf keinen Fall zufrieden. Ich war einfach zu oft auf der Bank. Ich habe schon einige Anfragen von Vereinen. Dazu kann ich noch nichts Genaueres sagen. Eine Entscheidung wird in den nächsten Wochen fallen.
Vielen Dank für das Gespräch.